Die Finanzkomplizin

Großgeworden ohne Papa inmitten des Ruhrgebiets (Hattingen, Kleinstadt neben

Bochum) vor allem bei meiner Oma, da meine Mama als ich 10 war nach Düsseldorf

gezogen ist, wo sie gearbeitet hat und ich aber in Hattingen weiter zur Schule gehen

sollte.

  • Geld war bei uns immer knapp, so dass ich bereits mit 14 angefangen habe

regelmäßig neben der Schule zu arbeiten, damit ich mir meine Wünsche (Klamotten,

Schminke,…) selbst kaufen konnte.

Angefangen in einer Eisdiele, bin ich der Gastronomie dann viele Jahre treu

geblieben, wahrscheinlich bin ich deshalb so kundenorientiert und habe dann mit 22

Jahren für fast 20 Jahre nebenbei in der telefonischen Kundenbetreuung gearbeitet.

  • Von zu Hause hab ich nie einen guten Umgang mit Geld erlernt, da es meistens

einfach nur zum Leben gereicht hat. Mein Vater hat auch nie Unterhalt für mich

bezahlt, meine Mama musste mich von klein auf irgendwie alleine versorgen.

Wenn mal Geld da war, wurde dafür auch immer direkt etwas gekauft, sparen oder

Geld anlegen war nie ein Thema.

Bei uns zu Hause war das Motto: Über Geld spricht man nicht, das gehört sich

einfach nicht.

  • Nach meinem Abitur (die 1. in der Familie, ) die das geschafft hat habe ich dann

angefangen Wirtschaftswissenschaften zu studieren und hatte zeitgleich einen

Nebenjob bei einem Bochumer Unternehmen in der Kundenbetreuung, dort konnte

ich dann sogar parallel noch die Ausbildung zur Bürokauffrau absolvieren.

 

Außerdem lernte ich dort meinen 1. Mann kennen, nach meinem Vordiplom bin ich

dann schwanger geworden und damit haben sich dann meine Prioritäten

vollkommen verschoben. Ich hab das Studium nach der Geburt nicht mehr

aufgenommen, weil meine Familie an erster Stelle gekommen ist.

(Das war mein größter Wunsch aus Kindheitstagen, eine heile Familie zu haben)

Ich habe mein komplettes Leben danach ausgerichtet, bin selbstständige

Tagesmutter geworden, da ich mir so meine Arbeitszeit selbst planen konnte und ich

mich nachmittags um meine Tochter, den Haushalt und alles was noch dazugehört

kümmern konnte, ich bin also im klassischen Rollenmodell gelandet, auf eigenen

Wunsch wohlgemerkt ;.-)

Zusätzlich habe ich aber immer noch für ein paar Stunden in der Woche weiter in der

Kundenbetreuung gearbeitet, vor allem Freitags und Samstags, wenn mein Mann

früher Feierabend oder frei hatte und sich so um unsere Tochter kümmern konnte.

Ich habe immer gerne gearbeitet, teilweise auch viel, aber das hat mir nie etwas

ausgemacht, auch heute arbeite ich immer noch super gerne und würde mich als

verdammt fleißig bezeichnen, allerdings nur dann, wenn ich das tun kann was mir

Freude macht und meinen Interessen entspricht.

Mit meiner Tochter und meinem Mann hatte ich dann, genau das was ich mir immer

gewünscht habe und habe mich und meine Bedürfnisse vollkommen aus den Augen

verloren, ich war mir nicht mehr wichtig, wichtig war mir, dass es allen in meinem

familiären Umfeld gut ging, sie sich geborgen und gut versorgt gefühlt haben.

Ich bin immer unscheinbarer und stiller geworden.

Kompensiert habe ich das dann durch Konsum… das war meine Belohnung,

dadurch ging es mir immer kurzfristig gut, wenn ich das kaufen konnte, was ich

haben wollte und das habe ich dann jahrelang, teilweise heimlich, gemacht.

Heute denke ich, dass mich das abgelenkt hat von meiner schon damals

aufkommenden Unzufriedenheit, die ich über Jahre erfolgreich weggedrückt habe,

ich hatte doch alles was ich mir immer gewünscht hatte….

Aber wirklich von Herzen glücklich war ich nicht, weil ich überhaupt nicht bei mir war,

sondern über Jahre immer bei anderen.

Nach 9 Jahren dann trotzdem die Trennung, weil es einfach nicht mehr zusammen

funktioniert hat. Das ging Gott sei Dank alles sehr vernünftig und ruhig und heute

sind wir immer noch gut befreundet.

Dann habe ich einen neuen Mann kennengelernt und die gleiche Geschichte ging

von neuem los… 2. Kind, Umzug in eine andere Stadt, weil ich ja als Tagesmutter

überall arbeiten konnte, schönes Haus gemietet und ich hab wieder meine Rolle als

Mama und gut sorgende Ehefrau übernommen.

Meine Arbeit hab ich auch da wieder auf die Bedürfnisse meiner Familie angepasst

und mich selbst wieder vergessen.

Aber ich konnte ja shoppen, auch das Thema ging weiter bis zu dem Punkt, als mich

mein 2. Mann, für mich vollkommen unerwartet von heute auf morgen verlassen hat

und direkt ausgezogen ist.

Da stand ich dann, mit 2 Kindern, in einem gemieteten Haus, das für mich alleine

viel zu teuer ist, in einer Stadt mit der ich Coronabedingt gar nicht warm geworden

war und einem Berg von 20.000€ Konsumschulden an der Backe.

Es hat mir den Boden unter den Füßen weggerissen, ich konnte nachts vor

Existenzangst nicht schlafen, ich wusste nicht, wie ich die nächsten Monate finanziell

hinbekommen soll, ich bin emotional durch die Hölle gegangen, aber ich musste ja

 

irgendwie weitermachen, da gab es ja noch diese beiden wunderbaren Menschen in

meinem Leben, für die sich jede Anstrengung lohnt.

Ich wurde GEZWUNGEN mich zum ersten Mal offen und ehrlich mit meinen

Finanzen zu beschäftigen, mir darüber klar zu werden, was finanziell bei mir los ist,

aufzuräumen und das Thema in den Griff zu bekommen.

Ich war auf mich allein gestellt und musste es irgendwie gewuppt bekommen, damit

wir weiterhin ein Dach über dem Kopf und zu essen hatten.

Ich musste mich mit meinen Schulden und meinem dahintersteckendem Verhalten

auseinander setzen um einen Weg zu finden, dies zu ändern und die Schulden

abzubezahlen, denn das war mir immer wichtig, ich habe diese Schulden gemacht,

deshalb bin ICH auch dafür verantwortlich sie zurück zu bezahlen. Es hätte andere

Möglichkeiten gegeben, mit Hilfe einer Schuldnerberatung zum Beispiel. Das kam für

mich aber nicht in Frage, zumindest nicht so lange wie ich meinen Job habe und

Geld verdienen kann.

Und dann hab ich angefangen, bin raus aus meiner Komfortzone und hab

angefangen mich mit dem Thema Finanzen auseinanderzusetzen.

Ich habe zig Bücher gelesen, Podcasts gehört, Seminare und Workshops

mitgemacht, mir finanzielles Wissen angeeignet, Videos zu dem Thema geguckt,

unterschiedlichste Systeme zum Thema Geld kennen gelernt, versucht umzusetzen,

wieder verworfen und umgestellt, bis ich dann für mich und meine Situation das

richtige System aufgesetzt habe und mit dieser Finanzplanung meine finanzielle

Situation in den Griff bekommen habe.

Meine Freude und das Interesse an den Themen Zahlen, klaren Strukturen &

Regeln, vorbereitender Buchhaltung, Steuern und Börse ist zurück, was mich

damals veranlasst hatte Wirtschaftswissenschaften studieren zu gehen.

Fast 20 Jahre hat es gedauert, diese Leidenschaft wieder auszugraben, aber besser

spät, als nie.

Und heute? Bin ich stolz, eine finanziell unabhängige Frau zu sein, der in Sachen

Finanzen und deren Planung so schnell niemand etwas vormachen kann.

Ich bin glücklich und selbstbewusst, weil ich weiß, dass mich so schnell nichts mehr

aus meiner Mitte haut und ich alles schaffen kann.

Ich habe erkannt, dass ich in meinem Leben an erster Stelle stehe, denn nur wenn

es mir gut geht, geht es auch meinem Umfeld gut. Ich verstelle mich nicht mehr um

es anderen recht zu machen.

Ich bin mutig und auch laut, wenn mir etwas nicht passt, stehe ich für mich ein und

passe mich nicht mehr an, sondern sage was ich denke.

Und soll ich Dir was verraten, es fühlt sich großartig an!

Und dieses Gefühl wünsche ich mir für jeden, vor allem für uns Frauen, denn wir

können viel mehr als wir je vermuten würden.

Du denkst, dass schaffst Du nicht?

Nimm meine Hand, ich begleite Dich von Herzen gern auf deinem Weg, hin zu

einem finanziell unabhängigen, selbstbewussten und glücklichen Leben!

Das ist meine Leidenschaft 😉